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Applaus zu-ge-lassen

Wie geht es Ihnen, wenn in der Kirche geklatscht wird?

Vielleicht hat sich das für Sie auch über die Jahre verändert?

In der Kirche ist Gottesdienst –

Da wurde nicht geklatscht. Viel zu ernst ist es, wenn wir vor Gott treten. Da brauchen wir Ruhe, um uns auf Gott zu besinnen und auf unsere innere Stimme zu hören; da sollen wir beten, meditieren, und uns mit unseren Anfechtungen auseinandersetzen (Martin Luther).

In der Kirche wird geklatscht. Auch wenn Sie es noch nicht selbst erlebt haben, kennen Sie es aus dem Fernsehen: Christengemeinden singen Lieder mit rhythmischen Akzenten – sie gehen mit dem Körper mit oder stehen auf, jedenfalls klatschen sie mit. Lieder, die Jesus besingen, Lieder, die schwermütig von den Leiden singen, werden von der Energie des Klatschens unterstützt.

Ich vermute: Vielen in unseren Gemeinden ist das fremd. Wir kommen nicht so leicht spontan da rein. Aber wenn Sie es mal erlebt haben: Wie fanden Sie das atmosphärisch?

In der Kirche ist Konzert –

Der Wunsch der Musizierenden und das Bedürfnis der Hörenden ist doch: sich an der Musik zu freuen. Und wenn das Konzert in der Kirche ist, dann gehört dazu: Diese Freude wird auf Gott bezogen - Ehre und Preis sei Gott, dass wir so etwas Schönes erleben können!

Weil wir unser Erleben der Musik auf Gott beziehen, darum klatschen wir da nicht. Sagen einige.

Wir klatschen nach einem Konzert auch in der Kirche, denn das ist doch Ausdruck an unserer Freude, an der sich Gott mitfreut. Sagen Andere.

Das sollten wir wechselseitig tolerieren. Denn das lässt sich nicht nach richtig und falsch ausdiskutieren.

Auch wenn Manche argumentieren:

  • Klatschen bremst die musikalische Energie aus, die da gerade hinüber strömt; darum sollte man die Kraft der Musik in rein empfangender Haltung mitnehmen und allein ihre Töne nachklingen lassen. Oder jedenfalls: Wenn es bei der Musik um ernste Themen geht, dann sollte nicht geklatscht werden; das wäre so, als werde nicht gehört, wie betroffen das soeben angeklungene Thema machen kann.
  • Gehörte Musik wird mit dem ganzen Körper aufgenommen. Was da empfunden wird, will sich äußern. Es geht nicht nur um den Dank an die Musiker: Wenn sich die Energie, die die Musik anregt, im Körper Aus-druck verschaffen kann, dann trägt auf diese Weise die (auch körperlich gezeichnete) Musik weiter. Das geschieht im religiösen Zusammenhang auch zur Ehre Gottes. Selbst bei einer Passionsmusik gälte der Applaus nicht der Kreuzigung, sondern der Botschaft „… das hat er alles uns getan, sein groß Lieb zu zeigen an“.

Ich vermute, Besucherinnen und Besucher unserer Konzerte hören Applaus unterschiedlich, in der Spannbreite: das ist distanzierter Dank gegenüber den Musikern bis hin zu: das ist von der Musik begeistertes Lob Gottes.

Ich vermute: Ob in unserer Kirche geklatscht wird oder nicht, das ließe sich nur krampfhaft zwanghaft steuern. Das kommt spontan und entwickelt sich auch mit kulturellen Gewohnheiten der Besucherinnen und Besucher der Konzerte.

Herzliche Grüsse
Ihr Reinhard Kähler