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Einmal Südafrika und zurück
Familienfreizeit in Hirschluch vom 11. bis 13. September 2009

„Tula, Tulani, Tula….“ – hatten diese Worte zu Beginn der Familienfreizeit in Hirschluch Mitte September noch Kopfschütteln bei allen Teilnehmenden ausgelöst, konnte sie am Ende jedes Kind mitsingen und tanzen. Tula (=Höre) ist ein südafrikanisches Lied und war eines von vielen Liedern, die wir während der Rüste von ca. 20 Familien aus Baumschulenweg und Johannisthal kennenlernten.

Das Motto „Südafrika“ durchzog thematisch das Wochenende und entführte uns am ersten Vormittag in die Welt der Lieder und Tänze der Schwarzen. Veit Böhnke, Pfarrer in der Arbeit mit Berufsschülern, inspirierte uns zum Nachdenken über das Land, indem er uns Lieder vorstellte, die wir sogleich mitsangen. Und da zum Singen in Südafrika auch oft sich ein Tanz gesellt, hielt es uns nicht lange auf den Stühlen. Mit Begeisterung sangen und tanzten wir letztlich draußen unter strahlend blauem Himmel. Zwischendurch erzählte uns Veit Interessantes vom Land auf der anderen Seite des Äquators. So dauert ein Gottesdienst dort bis zu vier Stunden. Die Menschen nehmen lange Wege zu Fuß auf sich, um am Gottesdienst teilnehmen zu können. Elf verschiedene Sprachen werden in dem Land gesprochen, das mehr als dreimal so groß ist wie Deutschland. Und die Begrüßung der Menschen untereinander folgt einem Ritual, das einige „Handgriffe“ erfordert, die wir ausgiebig unter Veits  Anleitung übten.

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Am Nachmittag zog das herrliche Wetter uns an den nächstgelegenen See, wo wir beim Baden, Ball spielen und Eis essen, einen der letzten Sommertage genossen. Gegen Abend wurde es dann noch einmal besinnlich: bei Sonnenuntergang zog unsere Gruppe zum etwas abseits gelegenen „Gipfelkreuz“ auf dem Heimgelände. Auf einer Anhöhe ruhend überragt das Kreuz seit nunmehr 60 Jahren die umstehenden Bäume des Waldes. Dort eine Andacht zu erleben, flößt einem ein ganz besonderes und intensives Erleben von Glauben ein.

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Der Sonntagvormittag stand wiederum im Zeichen Südafrikas. Im Gottesdienst teilten wir uns in drei Gruppen. Wir bekamen von Pfarrer Kähler den Auftrag, das Leiden, die Stärke und die Freude der Menschen im Land darzustellen. In den Gruppen wurde eifrig diskutiert. Denn in Südafrika hat sich viel verändert in den letzten Jahren. Das „offizielle“ Ende der Apartheid bedeutet aber noch längst nicht, dass das Zusammenleben von Schwarzen und Weißen, von Muslimen, Christen und Hindus reibungslos funktioniert. Noch immer existieren Vorurteile, Ängste und Barrieren. Trotzdem haben viele Menschen die Hoffnung auf ein harmonisches Miteinander nicht aufgegeben und das „Fest“ der Fußballweltmeisterschaft im nächsten Jahr kann dem sicher einen weiteren Schub verleihen.

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Am Ende des Gottesdienstes suchten wir alle nach Gemeinsamkeiten mit unseren Schwestern und Brüdern in Südafrika und kamen zu dem Schluss, dass wir letztlich deren Sehnsüchte, Wünsche und Ängste teilen, weil wir eben alle Menschen sind.

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Während wir, die Gottesdienstteilnehmer, uns mit Gedanken von Gemeinsamkeit und Versöhnung beschäftigten, tat das ein Teil der Kinder, die währenddessen draußen im Wald spielten auf ganz eigene, praktische Weise. Sie hatten eine Hütte aus Ästen, Zweigen und Moos gebaut und wollten dort Gottesdienst feiern. Dafür errichteten sie auch einen Altar und fertigten ein riesiges Kreuz an. Vorher war es offenbar zum Streit gekommen, jedenfalls zerstörten einige Kinder die Hütte teilweise. Die „Front“ hielt jedoch nicht: Sie wollten es wieder gut machen; das wurde akzeptiert, wenn sie sich entschuldigen, das machten sie wirklich, mit Handschlag. Dann reparierten sie gemeinsam. Das lief alles allein unter den Kindern. Da sich die beiden Gruppen gegnerisch entwickelt hatten, war das ein echtes Versöhnungsfest am Ende.

Von Elisabeth Schnell