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Zum dritten Mal: Ein Wochenende in Dahme
- eine Rüste der Gemeindemitglieder 50plus –

Eigentlich stand der Termin der Rüste ein Jahr lang fest und auch das Thema war wenigstens ein Vierteljahr vorher bekannt und trotzdem waren wir in der Vorbereitungszeit etwas unruhig.

So schrieb dann Herr Wilfried Bauer am 10. Februar 2011 noch eine Mail: "Nach den Teilnehmermeldungen für unsere Dahme-Rüste sind wir jetzt 16 Personen. Wir hatten für 20 Personen den Vertrag vorbereitet. Ich hatte eigentlich auch die Hoffnung, dass wir mehr Teilnahmemeldungen haben werden, nicht nur aus unserer Gemeinde. Wir wollten ja eigentlich auch mit der Gemeinde Johannisthal enger zusammenleben … 

Aus der Teilnehmerliste ergibt sich, dass zur Dahme-Rüste eigentlich nur Teilnehmer des AköP (Partnerschaftskreises) mitfahren. Es ist schade, dass es aus anderen Teilen der Gemeinde so wenig Interesse an den gemeinsamen Rüsten gibt…. Wir hatten ja eingeladen zu - 50+ -. Vielleicht ist das so in der Gemeinde auch nicht angekommen.

Wir würden uns auch über Teilnehmer aus dem GKR freuen, auch wenn wir meist nur die „Alten“ in Dahme sind. Es wäre für uns Ältere ein Zeichen der Verbundenheit."

Ich möchte mit diesen einleitenden Worten erreichen, dass auch im GKR mehr wahrgenommen wird, dass Rüsten und auch der Partnerschaftsausschuss Teile des gemeindlichen Lebens sind und wir nicht unsere Gemeinde in Interessengruppen oder Altersstufen zerfallen lassen wollen. Und möchte gleich hinzufügen: Wer nicht teilgenommen hat, hat etwas verpasst!

Letztlich waren wir doch durch die Anmeldung zweier Teilnehmer aus Johannisthal 18 Personen, die mit insgesamt fünf Autos bei strahlendem Sonnenschein – der dann das ganze Wochenende anhielt – ganz entspannt am Freitagnachmittag in Dahme eintrafen. Nur unserem Pfarrer hatte ein „Spaßvogel“ in Berlin noch einen Streich gespielt und den Poller vor seinem abfahrbereiten Auto hochgeklappt…

Das Programm an diesem Wochenende war diesmal so gefüllt, dass dank der inhaltlichen Darstellung des Themas durch Herrn Kähler und einer durch Herrn Rose organisierten und gesponserten Stadtführung sogar der übliche Mittagsschlaf am Sonnabend ausfallen musste. Das gewählte Thema war eigentlich seminaristischer Art: die Liturgie im Gottesdienst. Fast jeder von uns dachte: Gottesdienst? Kenne ich doch alles – aber weit gefehlt!

Die Bedeutung der vier Teile eines Gottesdienstes, die Wortwahl, ja selbst bestimmte Körperhaltungen des Pfarrers hat uns Herr Kähler so eindrücklich und ausführlich erläutert, dass selbst am Sonnabend-Abend der „gemütliche“ Teil bis nach 21 Uhr warten musste.

An dieser Stelle möchte ich ankündigen, dass wir die Ergebnisse unserer Rüste in einer Handreichung zum Monatsgruß erscheinen lassen wollen, was aber ein bisschen Redaktionszeit erfordert. Vielleicht ein kleines Detail vorweg: Achten sie einmal auf die Hände von Herrn Kähler beim gemeindlichen Segen: Seine Finger sind gespreizt – das Licht Gottes kann durch sie auf die Gemeinde scheinen.

Wie gesagt – aus der Handreichung werden Sie viele solcher Details erfahren und zusätzlich wollen wir im Vorraum der Kirche eine „Gottesdienstordnung“ aushängen, wie sie allgemein in unserer Kirche verwendet wird. Sie unterscheidet sich ja – und das haben wir auch gelernt – etwas von der im   Evangelischen Kirchengesangbuch von 1978 abgedruckten Form.

Wir waren nun schon zum dritten Mal in Dahme, haben aber zum ersten Mal einen geführten Stadtrundgang erhalten, wobei man bekanntlich die vielen kleinen Dinge erfährt, die die Kultur einer Stadt ausmachen. „In Gang gehalten“ werden, wollten wir unbedingt, denn trotz strahlenden Sonnenscheins war es empfindlich kalt.

Dahme 2011

Gruppe vor dem Gottfried-Forck-Haus

Dahme hat wie alle Städte „auf dem platten Land“ nur noch etwas mehr als die Hälfte der Einwohner wie vor der Wende,  nämlich  nur  noch  ca. 3 500.

Die Stadt wurde 1265 erstmals urkundlich erwähnt, brannte am 27.6.1666 durch ein in einer Küche entstandenes Feuer fast vollständig nieder („Dahmer Brandhochzeit“). Die Kirche St. Marien wurde danach neu aufgebaut und ist bis heute erhalten. Auch die Stadtmauer ist fast vollständig erhalten und ein kleiner Mauerdurchbruch führt auf das Gelände des „Seminarhauses für den kirchlichen Dienst“.

Dahme hat ein schönes Backstein-Rathaus von 1893 mit einem imposanten Turm. Damit der Bau des Rathauses aber nicht so teuer wurde, baute die Post gleich mit und zog nebenan ein – sparen im 19. Jahrhundert!
Unser lebhafter Stadtführer stellte uns auch zwei Prominente der Stadt vor, deren Namen uns zunächst gar nichts sagten, wohl aber deren Erfindungen.

Der eine heißt Otto Unverdorben, wollte studieren, musste dann aber vom Vater das Zigarrengeschäft übernehmen (das er in der Folge mit der Zigarrenproduktion auch zur wirtschaftlichen Stütze Dahmes ausbaute) und forschte „nebenbei“  ein bisschen weiter. So entdeckte er 1826 Krystalin,  das später Anilin genannt wurde.

Seine Erfindung wurde von den großen Chemie-Konzernen BASF und AGFA für die Farben- und Medikamentenherstellung genutzt. Die IG Farben spendete an seinem Geschäftshaus eine Gedenktafel.

„Kullrichgasse“ hätte uns ohne Erläuterung auch nichts gesagt. Wilhelm Kullrich war Münzpräger, hat den ersten Reichsadler nach der Reichsgründung 1871 entworfen und die Rändelung der Münzen erfunden, die wir heute z. B. am 50 Cent-Stück vorfinden. Seine Grabstätte soll auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin zu finden sein.

Den Abschluss des Stadtrundgangs bildete ein Blick in die Klosterkirche, die ab dem 20. Jahrhundert als Hospitalkirche umgebaut und genutzt wurde mit Wohnungen für die ärmsten Gemeindemitglieder.

Dass unser übliches geselliges Beisammensein diesmal sehr spät begann, erwähnte ich schon. Trotzdem sorgten Sabine Schulze mit dem Akkordeon und der jetzt professionelle Trommler Wolfgang Fiedler für einen Rundumgesang mit allen fröhlichen Liedern, einschließlich derer mit Bewegung wie „Ein kleiner Matrose….“

Am Sonntag war in diesem Jahr wegen einer Glockenweihe erst um 14 Uhr Gottesdienst in der St. Marien-Kirche, so dass wir uns kurz entschlossen, unseren eigenen Gottesdienst zu gestalten. Wir hatten ja zwei Tage die „Theorie“ gelernt und nun konnte die Praxis folgen. So gab es eine Gruppe für die Einführung, eine für die Lieder, eine für den Predigttext und eine Gruppe richtete den Raum für das Abendmahl her. Wir waren selbst überrascht, dass bei einer Vorbereitungszeit von nur 25 Minuten ein sehr würdevoller Gottesdienst gefeiert werden konnte.

Bei einem abschließenden Kaffeetrinken vor der Heimfahrt haben wir diskutiert, ob wir diese 50plus-Rüste weiterführen und wieder in Dahme durchführen wollen.

Wir laden also zunächst alle Gemeindemitglieder ein – auch die, die sich in der Nähe der „50“ befinden und früher mal „Montagskreis“ oder „Gemeinde 95“ hießen -, dass wir uns vom 30.3. bis 1.4.2012 in Dahme treffen. Wir wollen damit erreichen, dass der Zusammenhalt in der Gemeinde gestärkt wird und die interessanten theologischen Themen Verbreitung finden. Sicher kann in nächster Zeit auch im GKR oder im Partnerschaftskreis über Alternativen diskutiert werden; Vorschläge sind herzlich willkommen.

Michael Wesseli