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Würdigung

"Das wusste ich ja gar nicht" sagten mir etliche Gemeindeglieder in den letzten Wochen, nachdem sie in der "Berliner Woche" einen Artikel über einen Mann aus unserer Gemeinde gelesen hatten. Die Rede ist von Herrn Dr. Erhard Drachenberg. Ich habe ihn kennengelernt, als ich mit meiner Familie 1977 nach Johannisthal zog. Damals hatte er schon zwei Jahre lang die Geschicke unserer Kirchengemeinde nach dem Wegzug von Pf. Dr. Schultze geleitet, d.h. GKR-Sitzungen, ständige Besprechungen mit sechs Mitarbeitern, Bildung von fünf Ausschüssen, Vakanzvertretungsregelung für die Gottesdienste und Beerdigungen usw. "Nebenbei" schrieb er an seiner Doktorarbeit. Hauptberuflich war er Konservator und speziell zuständig für die Erhaltung der mittelalterlichen Glasmalerei in der DDR. Da das meist in Kirchen war (weniger in Rathäusern), interessierte es nicht unbedingt die Regierung der DDR, aber umso mehr die UNESCO. Das führte ihn auch zu Vorträgen und Kongressen ins westliche Ausland. 

Aber etliche Johannisthaler und Sennestädter profitierten auch von seiner Arbeit, vor allem durch vier Studienfahrten, die er vor der Wende in den Raum um Havelberg, nach Halberstadt, Erfurt und in die Altmark organisierte und leitete. Wir erfuhren, dass die Kunstgeschichte bislang ohne Berücksichtigung der Glasmalerei geschrieben worden war. (Wussten Sie das?). Das musste nachgeholt werden durch Katalogisieren, Beschreiben und Konservieren der wertvollen Bestände. 

Dr. Eberhard Drachenberg - Foto: Ralf Drescher

"Nebenbei" war Herr Dr. Drachenberg weit über 20 Jahre im Gemeindekirchenrat als zweiter Vorsitzender tätig, auch in etlichen Ausschüssen. Indes dehnten sich nach der Wende seine beruflichen Aufgaben auf Gesamtdeutschland aus.

Als es um die Rückführung der mittelalterlichen Fenster aus St. Petersburg in die Marienkirche zu Frankfurt/Oder ging, setzte er sich mit Erfolg dafür ein, dass diese Fenster nicht noch in Russland restauriert würden, sondern gleich nach Frankfurt/O. in die Hände erfahrener Glasfensterrestaurateuren  kommen konnten. (Eine Fahrt dorthin lohnt sich!).

Für seine Verdienste um die Erhaltung und Konservierung der mittelalterlichen Glasmalerei dankte ihm der Bundespräsident mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland. Wir freuen uns mit ihm und gratulieren ihm für diese hohe Auszeichnung und Würdigung seiner Arbeit.

A1s es darum ging, unser Kirchgebäude zu erhalten, setzte er sich für die Sanierung unseres Kirchsaals ein, um den Mittelpunkt des alten Johannisthaler Ensembles zu erhalten. Er gehörte zu den Mitbegründern des Fördervereins zur Erhaltung des Evangelischen Kirchengebäudes in Johannisthal e.V." und war zwei Jahre lang ihr Vorsitzender. In dieser Zeit hat er viele Mitglieder für diese Arbeit gewinnen und Spenden einwerben können. Am 6. Mai 2012 wurde er 80 Jahre alt. Wir gratulieren ihm zu seinem Ehrentag und sprechen ihm gleichzeitig unseren herzlichen Dank aus für seine vielfä1tige Arbeit, von der unsere Gemeinde sehr profitiert hat. Wir wünschen ihm Gottes Segen und Geleit in der Hoffnung, dass er noch lange gesund bleibt und manchen Denkanstoß für die Arbeit geben kann, die ihm ans Herz gewachsen ist.


Eberhard Iskraut
(Pf.i.R.)

Lars Mönch
Vorsitzender des „Fördervereins zur Erhaltung des evangelischen Kirchengebäudes in Johannisthal e.V.“
Dr. D. Hinz
Vorsitzende des Gemeindekirchenrates