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Christi Himmelfahrt

Himmelfahrtstag. Für Viele ein Ausflugstag. Bietet sich an. Was sonst? Himmelfahrt – Ausflug – das passt! Ausflug mit Ausblick – für manche wie ein Traum in der Nacht: Mit dem Traumbild: wo der Himmel seine Pforte (EG 501,3) für uns öffnet. Unter freien Himmel kommen.

Wie durch einen Vorhang sehen wir noch, wenn wir die alte Himmelfahrtgeschichte aufnehmen: Jesus ist von Gott in den Himmel aufgenommen werden! Das ist die gute Aussicht für uns! Damit hat sich eine alte Hoffnung eingestellt, die im alten Israel geträumt wurde:

Während betrübliche Nachrichten Aussichten eintrüben, die Aussichten düster erscheinen, manche glanzvollen Ereignisse gerade die dunklen Ecken um uns herum nicht erreichen, wurde schon im Traum gesehen:
„Es kommt einer mit den Wolken des Himmels, ein Menschenskind, und gelangt zu dem, der uralt war, und wird vor ihn gebracht. Der gibt ihm Macht und Ehre. Die Erde aller Völker sollte sein Reich werden.“
(Dan 7, 13f.)

Noch leuchtet nicht die Klarheit um ihn. Doch:

Die Wolke, die ihn aufnimmt (Apg 1, 18f.), betrübt und benebelt nicht. Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen. Darum: „Auf Christi Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe …“ (Ev. Gesangbuch 122, 1.2)

Von Jesu Christi „Himmelfahrt“ erzählt Lukas in seinem Evangelium Kap. 24, 49-51 und in der „Apostelgeschichte“ Kap. 1, 6-11.

Die Frage, wo und wann denn Jesus Christus wieder anzutreffen sei, nachdem Gott ihn nicht im Tod gelassen hat, wird hier so beantwortet, dass Jesus Christus Wiederkommen sich nicht festlegen lasse. Die Predigt von der Auffahrt von Jesus Christus warnt davor, sich mit „Feststellungen“ zu begnügen. Ostern ist keine Verschlusssache. 

Vielmehr gehe es darum, dass Jesus Christus in Gottes Geist komme und dieser in seinen Menschen ankomme und sie ihn bezeugen. Die Geschichte von der „Himmelfahrt“ Jesu Christi überholt eine Fixierung auf eine Erwartung baldiger Wiederkunft Jesu Christi. Wir leben in einer Zeit des Glaubens und nicht des Schauens. Der Glaube lebt mit den Erfahrungen der Abwesenheit Jesu Christi. Statt fasslicher Nähe Jesu Christi verborgene Nähe im Hl. Geist.

Statt sich auf die Erwartung baldiger Wiederkunft Jesu Christi einzustellen, sollen Christen anderen von Jesus Christus erzählen. Statt nur Jesus Christus nachzuschauen sollen die, die Jesus Christus für ihr Leben für bestimmend halten, das mit ihrem Leben für sich und öffentlich verantworten. Ähnlich erzählte die Geschichte von Elia, die unter Juden ganz bekannt war (siehe im Alten Testament: 2. Buch der Könige 2, 6-14): Der Anführer geht weg, überlässt aber noch etwas von seiner Geisteskraft dem, der sein Werk fortsetzt (hier: Elisa nimmt den Mantel auf). 

„Himmel“ symbolisiert die Kräfte, die das von Menschen Geschaffene überschreiten und die das natürliche und kulturelle Leben beeinflussen. Die an Gott glauben, sagen: „Gott wohnt im Himmel“, d.h. er steht „über den Dingen“. Der Himmel hat etwas Bergendes, und wenn er sich öffnet, kommt von Gott her etwas unerwartbar Gutes zu. Der Himmel ist auch Ausdruck der Verborgenheit Gottes: Gott ist unsichtbar, nicht auf einen einzigen Ort zu beschränken, und ist von Menschen nicht zu beeinflussen. 

Jesus Christus wurde erhöht zu Gott, seinem Vater. Er, der Menschen so diente, dass er das bis in einen schmählichen Tod eines Sterblichen durchtrug, wurde von Gott in die Stellung „zur Rechten“ Gottes erhöht: Das heißt, Gott wirkt nunmehr im Sinne dessen, wie Jesus gelebt hat. Darin bemisst er, was eines Menschen-Leben würdig ist. Jesu Christi Reich ist nun Gottes Reich des Himmels, der der Erde Segen und Heilung verspricht.

Diese Erkenntnis des Glaubens wurde aufgenommen in die verbreitete Formulierung des christlichen Glaubens:

„Ich glaube an Jesus Christus, …
auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel,
dort sitzt er zur Rechten Gottes …,
von dort wird er kommen
zu richten …“

Was Gott mit Jesus Christus nach dessen Tod in der Hinrichtung machte, hat im Blick auf Jesus Christus eine doppelte Bedeutung:

  • Gott ließ ihn auferstehen aus dem Tod und ließ ihn so nicht in dem um sich greifenden Morast tödlicher Gewalt versinken;
  • Gott erhöhte ihn in die Stellung zu sich, so dass wir glauben können: Gott wendet sich der Welt so zu, wie er es in der Geschichte von Jesus Christus gezeigt hat.

Beides wird zu Ostern gefeiert. Ende des 4. Jahrhunderts kam der Brauch auf, die Erhöhung von Jesus Christus in Gottes Position mit einem eigenen Fest zu begehen. Entsprechend der Darstellung von Lukas in der „Apostelgeschichte“, wonach Jesus Christus nach 40 Tagen von ihren Augen weg aufgehoben wurde (1, 3) (1), wird das Fest „Christi Himmelfahrt“ 40 Tage nach Ostern begangen. 

1) Lk 24, 51 erzählt Lukas so, als gehöre es zum Ostertag, dass Jesus Christus „von ihnen weg entfernt wurde“.