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Das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit Gottes

In der Sommerzeit steht kein Ereignis der Geschichte von Jesus Christus an, das wir zu befeiern hätten. Nach Pfingsten ist das Drama der Geschichte von Jesus Christus in unser Leben übergegangen. (Mit der Adventszeit werden wir wieder eingeladen, die Schleife des Lebenskreises von Jesus Christus nachzugehen.)

Allein der Sonntag nach Pfingsten hat eine besondere Bedeutung im Festkreis der Kirche:

Das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit

Manchen von Ihnen ist es auch geläufig unter dem lateinischen Namen: Trinitatis. Das ist der Genitiv von trinitas, also (zu ergänzen: Fest der) Dreiheit bzw. Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit. Der Gott der Christen, der „dreieinig“ verstanden wird, wird als solcher ausdrücklich gefeiert: in den Orthodoxen (den östlichen) Kirchen zu Pfingsten, in der Katholischen und in den Evangelischen (den westlichen) Kirchen am Sonntag nach Pfingsten. Dieses Fest wurde 1334 in den Römischen Kalender eingeführt.Dabei wird das besondere Verständnis Gottes zu Ehren gebracht, wie es Christen gefunden haben.

Das Verständnis Gottes ist immer persönlich. Irgendwie haben wir unsere Vorstellungen von Gott. Zugleich wird in den christlichen Traditionen auch mit einem charakteristischen Profil zu Gott gebetet. Dieses Profil, mit dem zu Gott gebetet wird, wird traditionell in der Kirche angezeigt, wenn von >Gott dem dreieinigen< gesprochen wird:

Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Das möchte ich etwas beleuchten:

Das Verständnis Gottes: Unser Gott ist einer

Vergleicht man den christlichen Glauben mit anderen Weisen Gott zu verehren, so gehört das Christentum zu den Religionen, die sagen: Es gibt einen Gott. Von außen betrachtet ist das eine sehr anspruchsvolle Form der Religion: 

„Religion“ heißt: Das, was getan oder erfahren oder erwartet wird, wird auf eine „dahinter stehende“ Macht zurückbezogen.

Glaube ich an einen Gott, hat alles irgendwie mit diesem einen Gott zu tun. 

Alles, was zu dieser Welt gehört - der Lebensraum und die Zeit zu leben –, hat in Gott seinen Grund und den Sinn seines Daseins.
Das gilt für meine Welt. Das gilt für jegliche Wirklichkeit, von der ich wissen kann.
  • Das zu glauben ist angesichts der unüberschaubar vielfältigen Wirklichkeit ein großes Vertrauen.
  • Das zu glauben beinhaltet die Überzeugung: Es ist unbefriedigend, wenn Krieg geführt wird zwischen Menschen und Völkern, zwischen verschiedenen Interessen; vielmehr müssen doch die verschiedenen Interessengruppen und die verschiedenen Lebensarten sich auf eine allumfassende Ordnung des Lebens beziehen, weil sie doch von dem einen Gott herkommen und darauf auszurichten sind.
  • Das zu glauben weckt eine Hoffnung, die immer weiter reicht: die Hoffnung, dass all die Menschen, die sich aneinander reiben und noch das Leben gegeneinander schwer machen, am Ende durch den einen Gott zurecht gebracht werden; durch ihn können sie letztlich versöhnt werden.

Das Verständnis Gottes: Gott ist Vater und Sohn

Gott wurde in Gebeten, die Jesus kennenlernte, als „Vater“ angesprochen.

Das war in einer Zeit, in der nicht nur die Familie eine große Bedeutung hatte, sondern der Vater die wichtigste Autorität im Alltag war. Der Vater galt nicht nur als Erzeuger des Lebens, sondern auch als einer, der dem sozialen Zusammenhalt verpflichtet war. So verbindet sich mit der Anrede eines größeren Vaters die Sehnsucht nach Geborgenheit. Vom Vater war schließlich zu erwarten, dass er Söhne freikauft, die in Schuldabhängigkeit gefallen waren.

In den Gebeten, die uns von Jesus überliefert sind, spricht Jesus Gott zärtlich als „Papa“ an.

Nach Ostern begegnete Jesus etlichen Menschen, die ihm folgten, wieder ganz lebendig. Sie erklärten sich das von Gott her: „Dann hat doch,“ so glaubten sie, „Gott den Jesus von Nazareth nicht nur als einen guten Menschen geschickt, der richtig von Gott redet; dann hat doch Gott selbst sich in dem Menschen Jesus in diese Geschichten von Menschen hineinbegeben.“ 

So fingen diese Menschen an, zu Jesus Christus wie zu Gott zu beten. Sie riefen ihn wie Gott an: Komm bald! Und hilf uns! …

Das Verständnis Gottes: Gott ist Vater und Sohn und Heiliger Geist

Das ist das merkwürdige der Christen: Sie beten zu Gott, dem Vater, oder Jesus Christus, seinem Sohn. Das ist gleich. Wesentlich aber ist, dass Gott und Jesus Christus in demselben Geist verbunden sind, eins sind. 

Die Rede vom „Geist“ ist manchmal irreführend. In der Bibel ist zu hören: „Geist“ ist Atem, Wind. So wurde irgendwann in der jüdischen Tradition überhaupt von Gott gesprochen, wie er in der Welt wirksam wird. Wie mit seinem rufenden Wort und wie mit seinem Angesicht wendet sich Gott mit seinem Atem / Wind der Erde zu, damit diese wirklich leben kann.

Die ersten Christen bemerkten:
  • Zu einem Leben in diesem Atem / Wind wurde Jesus nach seiner Kreuzigung erweckt.
  • Wir versuchen aufzunehmen, wie Jesus und Gott miteinander kommuniziert haben. So werden wir offen dafür, diese Lebensenergie Gottes zu spüren.

Also: Zum Profil, wie Christen sich an Gott wenden, gehört: Wir kommen von Gott her (er ist der Schöpfer) und wir stehen letztlich in Verantwortung vor ihm (er ist oberster „Richter“ allen Lebens). 

Aber der „Schöpfer“ und „Letztrichter“ setzt sich in Verbindung mit den Menschen in all ihren Geschichten. Das ist keine Episode: Was Gott in der Geschichte von Jesus Christus kund gibt, heißt: So ist Gott ganz mit sich in Übereinstimmung, dass er an dem Wohl und Wehe von Menschen teilnimmt und sich da – so wie Jesus Christus - engagiert. Und zwar mit seinem Geist, und nicht mit weltlicher Macht. 

So wird Gott als Macht der Liebe verehrt oder als Geschenk der Gnade. Von Gott weht ein Geist der Liebe. So geht Gott den Menschen nahe. Vielfach mehr, als wir Menschen das wahrnehmen. Und so wirbt Gott dafür, dass wir mit unserem Zusammen-Leben zurecht kommen. Er geht aber in dieser zwischenmenschlichen Beziehung nicht auf: Aus sich heraus gewinnt er die Kraft zu diesem Engagement, und er bleibt allen das Gegenüber, das mit letztem Ernst richtend entscheidet, was richtig dem Leben dient und was zum Vergehen verurteilt ist.

So ist Gott dreifach:

  • Gott ist die Instanz, die unser Leben wollte und an der sich entscheidet, ob unser Leben letztlich dem Tod geweiht ist oder im Guten aufgehoben wird;
  • Gott geht uns solidarisch voraus, damit wir uns auf ein tragfähiges Konzept des Zusammenlebens besinnen;
  • Gott ist die ursprüngliche Energie, aus der wir leben. Und aus seiner Energie können wir - bei allem, was wir immer wieder verderben - mal um mal neu erleuchtet werden, und aus seiner Energie bekommen wir, wenn es gut geht, die Chance, zu erneuertem Mitleben erlöst zu werden, wo sich unser Leben verrannt und verknotet hatte.

So dreifach wirken kann Gott, weil er selbst so an Anderen teilnehmend ist. 

Insofern unterscheidet sich die Art, wie Christen sich an Gott wenden, von einer Art zu beten, die Gott allein über allem thronend und wie einen Mega-Manager anruft. (Ich denke da daran, wie Gott von Moslems angebetet wird.)

Diese Art, wie Christen sich an Gott wenden, unterscheidet sich auch von einer Art zu beten, die Gott als tiefen Urgrund von allem, was so oder so ist, anspricht. (Ich denke da daran, wie Gott in fernöstlichen Religionen angebetet wird.)

Fazit
Ich kenne Menschen, die können mit Jesus Christus nichts anfangen, aber mit Gott. Oder umgekehrt: sie beziehen sich ganz auf Jesus Christus. 

Das ist alles in Ordnung.

Es hat aber auch seinen guten Sinn, dass Gott selbst als „dreieiniger“ angerufen wird. So wird er in seiner Geschichte angerufen, die uns zugute kommt:

„… so bitten wir dich, Gott,
durch unsern Herrn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und bestimmend ist –
jetzt und für alle Zeit.“

Und Christen werden getauft 

auf den Namen Gottes
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.


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