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Gedanken zum Monatsspruch

Ich habe den HERRN allezeit vor Augen;
steht er mir zur Rechten, so werde ich festbleiben.

Psalm 16, 8

„Vorfreude ist die schönste Freude“? - Ich wünsche Ihnen, Sie können die Weihnachtszeit wieder genießen. Und Tage später sagen: „Es war wieder ganz schön …“ Tippte mich gar der Flügel eines Engels an? - Mir war so. Später. – Ach seufz, ich bin nicht gewohnt das zuzugeben: „Ich bin nicht so rühr-selig.“ „Mm, na ja, es war nicht schlecht.“ 

Für Frau N. steht der nächste Arzttermin an … der Alltag nimmt seinen Lauf. Oder: Was nimmt sie sich vor? Freut sie sich darauf? – Sind es Ziele, die sie sich für das neue Jahr vornimmt, woran sie arbeitet? Oder sind es Feste, auf die sie sich wieder freut, – nach dem Fest ist vor dem Fest?

Gibt es denn so was wie bei den Betern dieses Psalms? „Ich stelle mir ständig Gott vor.“ „Ich nehme mir immer wieder Gott vor.“ Ja, diese Beter, die fühlen sich nicht nur ergriffen von Gott. Die sagen nicht nur: „Mich hat ein Engel Gottes angetippt.“ Die nehmen sich aktiv Gott vor. Sie bergen sich ein in Gott. Sie wählen sich Gott als ständiges Gegenüber, an dem sie sich ausrichten. Das innere Gespräch mit diesem Du ist ständige Begleitmusik. Offenbar vergeht das Glücksgefühl nicht von einem Augenblick zum andern, wo die Beter Gott erinnern.

Gott, der solidarisch ist und zur Seite geht: Solange er „zur Rechten“ geht, gehe ich nicht unter. So stark ist er. Ihm traue ich so viel zu, dass ich ihn bitten kann: „Bewahre mich!“ 

Was mögen für innere Kämpfe voraus gegangen sein, bis die Beter Gott das zutrauten? Wie waren sie hin und her gerissen – in den Nächten, in denen Ruhe einkehrte, und all der Ärger des Tages nachschwappte? 

Und wenn sie doch mit Gott hofften – wie oft wurden sie enttäuscht? Und wie stark wurden manchmal die Sorgen und Befürchtungen, dass all das Vertrauen, Gott werde sie bewahren, zerbröselte? – Das Leben ist leider so, dass es sich nur oberflächlich verklären lässt. Diese Beter vertrauen Gott dennoch: sie kämpfen darum, wenn sie bekräftigen, „ich stelle mein Leben dennoch dir, Gott, anheim!“

Ihre Zuversicht greift einfach weit aus: Geht Gott „zu meiner Rechten“, werde ich nicht verloren gehen, was auch kommen mag. Ziehe ich aus meinem inneren Gespräch mit Gott immer wieder Lebensmut, dann sterbe ich in diesem Leben nicht schon ab. Dann wird nicht zunichte, was ich lebe.

Ich werde nicht untergehen, wenn auch Wünsche nicht eintreffen sollten.

Vielleicht wartet Gott schon auf mich, dass ich ihn irgendwann im neuen Jahr treffe – und wieder meines Lebens froh bin.

Das wünsche ich Ihnen.

Ihr Reinhard Kähler

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