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Gedanken zum Monatsspruch

„Wo ist euer Glaube?“ 

Lukas 8, 25

… da könnten wir schon was sagen. Etwa: Ich habe meinen Glauben im Herzen.
Oder wird da mehr erfragt? Muss ich ein schlechtes Gewissen bekommen, weil unklar ist, wo oder woran sich mein Glaube zeigt? Sieht es so aus, als wäre unser Glauben abhanden gekommen? Wird darum so suchend gefragt? Könnte sein. Hatten wir nicht geglaubt, dass die Zusage auch uns gilt: „Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen …“ (Psalm 91, 11-12) ? Und ist uns etwa dieser Glaube, dieses Vertrauen abhanden gekommen, als wir doch bedroht wurden? … als wir ein Stück unseres Lebens verloren? … als wir in Gram und Schmerz zu versinken drohten? … als uns die Hilfe Gottes nicht auf Händen trug, und der Trost von Gottes Sohn in der Krippe zu schwach wurde?

Ich höre die Frage nicht so: „Wieso habt ihr Angst? Habt ihr etwa keinen Glauben mehr?“ – Wenn die Wellen uns überfallen und wir in großer Gefahr sind, dann können wir uns das eingestehen „wir sind bedroht, wir haben Angst!“ Und dann können wir Gott rufen, er solle uns retten. Und wenn wir schon in der Not zu Gott rufen, bleibt es doch unheimlich. Wie werden wir da heil raus kommen?

Es muss dann noch einmal neu nach dem Glauben gesucht werden.

Manche meinen: Entweder du glaubst und hast keine Angst oder dir macht etwas Angst und dein Glauben ist futsch. Nein. Die Suche nach dem In-Frage-gestellten Vertrauen auf Gott sucht nach dem rettenden Ufer – nicht meiner Glaubenssicherheit, aber nach dem rettenden Ufer bei Gott. Insofern trägt die Hoffnung auf Gott weiter und muss die Angst nicht alles überschwemmen. Insofern knicke ich in heftigen Enttäuschungen ein, aber suche doch neu nach dem Glauben an Gott, dass ich nicht in Zynismus verkomme. Oder ich leide an Schmerzen und verlorenem Leben, aber ich suche doch neu nach dem Glauben an Gott und versinke nicht ganz im Strudel der Bitterkeit und Wut – ich gehe dennoch nicht unter in der Angst, dass es nun keinen Grund mehr gebe, weiter durchs Leben zu kommen. 

Wenn ich dennoch wieder nach dem Glauben suche, wird die Angst nicht beseitigt, aber eingegrenzt. Denn ich werde finden: Gott enthebt mich nicht aller Ängste, aber er lässt mich mit der Angst nicht allein. Wir suchen nach unserm Glauben in der Hoffnung, dass Gott uns doch noch rette; gehen wir mit dieser Hoffnung, so findet sich wieder, wo wir Gott glauben.

Reinhard Kähler

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