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Gedanken zum Monatsspruch

Gott hat den Schuldschein,
    der auf uns zeichnete
        und mit seinen Ansprüchen gegen uns anzeigte,
            ausgestrichen —
                er nahm ihn aus unserer Mitte, als er ihn an das Kreuz nagelte.

Brief an die Christen in Kolossä 2, 14

Ich ahne: Irgendwie fordert mich diese Erinnerung auf. Aber wozu? Das ist schwer zu verstehen.

Ich lese: Es geht mal wieder um unsere Schuld. Hm, immer wieder werden wir in der christlichen Tradition darauf angesprochen, was wir schuldig blieben. Das ist kein Vergnügen. Es gibt doch so schon genug, worunter wir leiden. Und ich ärgere mich doch selbst darüber, was nicht gelungen ist.

Aber nun doch wieder: "Denk mal daran, was du schuldig bliebst!"

Gemessen woran sollte ich denn etwas schuldig geblieben sein? — Da es um einen Text aus der Bibel geht, dachte ich:   es geht darum, was ich angesichts von Gottes Geboten schuldig: blieb. Aber es wird hier auffällig allgemeiner gesagt: ...angesichts der "Forderungen", der "Ansprüche". Es wird auf ein Schuldbewusstsein angespielt, das nicht nur in einer bestimmten religiösen Tradition aufkommt, sondern in verschiedenen Traditionen von ethischen Normen. Also, wer überhaupt ethisch geschult ist, der sieht sich in einer Verantwortung als Mensch; und wer sich in Verantwortung genommen sieht, der findet auch, dass er der Verantwortung nur lückenhaft gerecht wird.

Wie kommen wir aber damit zurecht, dass wir unserer Verantwortung nicht immer gerecht wurden? Laufen wir da vielleicht immer hinterher, etwas gut zu machen? - Die eigene Schuld zu beschweigen, oder gleich zu vermeiden, sich seiner Schuld bewusst zu werden, das hat giftige Folgen. Aber immer mit einem Schuldbewusstsein rumzulaufen, bringt auch keine Punkte. Also schieben wir die Erinnerung daran, dass wir etwas schuldig blieben, beiseite? Löschen diese Erinnerung in uns aus? -

Stopp, sagt die Bibel: Das erledigt Gott für uns. Was uns an Schuld anhängt, das nahm er aus unserem Lebenszentrum. Was an Schuld zwischen uns Menschen stand, das nahm er aus unserer Mitte, nahm es beiseite, löschte es aus. Dafür ist das Kreuz zum Symbol geworden.

Die Christen in Kolossä verstanden sofort, wenn von dem "Kreuz" geredet wurde: In der Geschichte von ]esus Christus zeigt Gott, was er für uns tut.

Heißt das: "Egal, was für Schuld, — Gott streicht sie sowieso aus?" — Nein, der Prozess betrifft die Schuld, die wir selbst als unsere anerkannt haben: "Der Schuldschein, den wir eigenhändig unterschrieben haben," heißt es. Da haben wir schon einiges zu tun.

Dann wird Gott aktiv (zweimal wird unterstrichen: er selbst ...). Im Judentum glaubten Viele: Gott schreibt die Schulden von Menschen auf einer Tafel an, wie beim Händler, bei dem man nicht bezahlt. Sie beten aber zu Gott:

"Gott, lösche aus durch deine große Barmherzigkeit all unsere Schuldscheine."

Und Gott sagt:

"Ich, ich streiche aus, wo du deiner Verantwortung nicht gerecht wurdest. So bin ich. Und ich werde dessen nicht gedenken."

beim Propheten Jesaja 43, 25

Reinhard Kähler

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