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Gedanken zum Monatsspruch

Freut euch im Herrn! 

Brief von Paulus an die Gemeinde in Philippi 3, 1

Brauche ich so eine Aufforderung? – Ist es nicht so: Entweder freue ich mich sowieso, dann brauche ich keine Aufforderung, oder mir ist nicht nach Freuen zumute?

In dem Bibelspruch für Juli liegt dennoch Zündstoff. Das fand ich, als ich nachschaute, woran sich Paulus rieb; und was auf dem Spiel steht, wenn ich mich so freue oder – nicht freue. - Paulus befand sich in einer Lage, in der er traurig war: Er ist gefangen. Und auch, wie es Anderen geht, macht ihn traurig: etwa als sein Mitarbeiter todkrank war. (Phil 2, 27). Im Kerker zu sitzen, das reicht doch schon, dass einem alle Freude vergeht! So hinter Verschluss ist Schluss mit lustig, da vergeht doch alle Lust zu leben.Aber Paulus denkt an die Christen draußen, mit denen er sich verbunden fühlt:

  • Sie haben – so sieht es Paulus - Grund zur Freude, weil sein Mühen und sein Einsatz Früchte tragen (2, 16f: nicht vergeblich …).
  • Sie haben doch Grund zur Freude, wenn sie es wertschätzen, was sie geschehen lassen: mit Gottes wohlwollender Energie und nach seinem Willen wirken sie daran mit, dass ihr Leben nicht abgewrackt wird und auf die Kippe kommt (2, 12-13. 18).

Wenn Ihnen eher nach Brubbeln und Brummen zumute ist und gar nicht nach beschwingtem Trällern, oder wenn Sie sich doch so manche Gedanken machen und gar nicht einfach unbeschwert freuen können (vgl. 2, 14), und wieder fragen: „Wo hätten wir denn Grund, uns des Lebens zu freuen?“, dann sagt Paulus kurz: „In Gott“. Das ist die Fährte, die Paulus zum Grund der Lebensfreude zeichnet. Er sagt: „Im Herrn“. Da verstehen seine Leser wohl, was er meint: Ihr findet Freude daran, wie sich Gott in der Geschichte von Jesus Christus verhält und wie das auf euch wirkt. Versucht mal!

Offenbar kommt nicht jeden Tag spontan Freude auf. Offenbar meint Paulus: „Ihr braucht es, mal wieder drauf gestoßen zu werden: Es gibt etwas zu finden in dieser Botschaft von Gott, was froh macht!“ Paulus fordert auf: „Freut euch im Herrn!“ Spontan kommt die Freude nicht auf. Sonst wäre es albern, noch zu sagen „freut euch!“ Gefühle kommen aber auch nicht auf, weil ich dazu aufgefordert werde. Darum höre ich die Aufforderung von Paulus als Frage: Ist bei dir vielleicht bei aller Langenweile oder allen Gedanken und Besorgungen abhandengekommen, dass in der Geschichte von Gott ein Grund der Freude auch für dich liegt?

Und dann der Rat: Lass dich nicht erdrücken von allem, was dich betrübt und bedrückt! Wenn eure Situation jetzt auch vielleicht so ist, dass ihr eher stöhnt, weil etwas so schwer ist oder weil euch etwas fehlt oder weil ihr eine Entwicklung mit Sorgen seht und das nicht ändern könnt …, - seht dann auch noch einmal darauf, was Gott zu eurer Rettung tut.Und wenn Ihr das seht: Werdet ihr dann demütig? Oder sagt „danke“? Oder freut euch doch einfach mal! -

Das ist ein anderer Ansatz, sich des Lebens freuen. Wem nehme ich diesen - sicher wohl gemeinten - Rat ab? Es gelingt nicht allen, damit in einen neuen Schwung der Lebensfreude zu kommen. Und es gelingt niemandem immer, damit in einen neuen Schwung der Lebensfreude zu kommen. Aber wer so zu Gott ausgezogen ist, der kommt vielleicht auch aus seiner Situation mal heraus, in der so vieles oder alles die Freude nehmen will.

Das wünsche ich Ihnen: Dass Sie mit Ihrem Herzen auch aus Situationen raus kommen, die Ihnen Freude nehmen. Und wenn Sie bei Gott da mal raus kommen, dann singen Sie: Geh aus mein Herz und suche Freud … (im Gesangbuch Nummer 503) … und das nicht nur zur Sommerzeit …

Herzliche Grüße zur Sommerzeit

Ihr

Reinhard Kähler

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