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Gedanken zum Monatsspruch

Es wird nicht aufhören, dass es Bedürftige aus der Mitte der Gesellschaft gibt. Darum sage ich dir das: „Öffne deine Hand deinen Brüdern, deinen Elenden, deinen Bedürftigen in deinem Land!“

(5. Buch Mose 15, 11)

Liebe Leserin, lieber Leser, 

Sie gehören ja zu denen, die immer wieder etwas spenden für Menschen, die arm und bedürftig sind oder denen es elend ergeht. Wenn doch mehr Menschen wie Sie handeln würden!

Das ist alles andere als selbstverständlich, etwas für Bedürftige auszugeben. 

Leichter versteht sich:

  • Was ich habe, habe ich mir erarbeitet, steht mir zu, ist nur recht.
  • Mir hat auch keiner was geschenkt.
  • Ich habe auch nichts einfach übrig, muss mir auch überlegen, was ich mir leisten kann.
  • Wer weiß, warum die arm sind?
  • Meine kleine Spende würde auch nichts ändern. Da sollen sich die Politiker drum kümmern, oder die, die richtig Geld in Massen haben.

Gegen all diese Einwände stärkt Ihnen dieses Wort aus der Bibel den Rücken und sagt allen, die etwas haben: Öffne deine Hand …

Und das in einer Zeit, in der immer mehr Menschen arm und die Reichen reicher werden. Manchmal hat man den Eindruck: Eher werden Arme bekämpft anstatt Armut. Die vom Glück Begünstigten möchten nicht mit dem Unglück anderer belästigt werden.

In Deutschland leben fast zwei Millionen Kinder in Familien ohne eigenes Einkommen. Usw. – viele Beispiele für Armut.

Die Predigt aus dem 15. Kapitel des 5. Buch Mose träumt einerseits (Vers 4): Wenn ihr gerecht verteilt, womit ihr gesegnet seid, dann dürfte gar keiner bei euch arm sein (denn Armut bemisst sich am Vergleich). Auf der anderen Seite ist die Predigt realistisch: Stellt euch darauf ein, es gibt immer etwas zwischen Ärmeren und Reicheren auszugleichen.

Wenn Sie das Kapitel lesen, werden Sie sehen: Da wird nicht nur an das Gewissen appelliert. Da wird auf eine Sozialgesetzgebung Bezug genommen, die damals begründet wurde: Gegen die Dynamik von Gewinn und Schulden machen sollen alle sieben Jahre die Schulden erlassen werden. Das ist heute höchst aktuell, wo Gewinne zu machen als sicherste Anzeige für Effizienz und Erfolg gilt. Nur dass das auf der anderen Seite heißt: wir verschulden uns immer mehr grandios – an Armen, Elenden, Enkeln und der Umwelt; das verdrängte das wählende Volk in seiner Mehrheit.

Jene biblische Predigt aber flankiert die Sozialgesetzgebung: „Wenn einer deiner Brüder arm ist in irgendeiner Stadt in deinem Lande, … so sollst du dein Herz nicht verhärten und deine Hand nicht zuhalten gegenüber deinem armen Bruder, sondern sollst sie ihm auftun und ihm leihen, soviel er Mangel hat. Hüte dich, dass nicht in deinem Herzen ein arglistiger Gedanke aufsteige, dass du sprichst: Es naht das siebente Jahr, das Erlassjahr -, und dass du deinen armen Bruder nicht unfreundlich ansiehst und ihm nichts gibst... Sondern du sollst ihm geben und dein Herz soll sich's nicht verdrießen lassen, dass du ihm gibst; denn dafür wird dich Gott, dein Gott, segnen in allen deinen Werken und in allem, was du unternimmst.“ (V. 7-10)

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Reinhard Kähler