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Gedanken zum Monatsspruch

Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid.
(Brief nach Ephesus 1, 18a)

Wochenlang erhellte Schnee die Erde. Wenn auch meistens die Sonne fehlte, die ihn zum Glänzen brachte, besänftigte die Schneedecke doch die Härte des Winters draußen. Bis aus den grauen Wolken Nieselregen fiel, der Schnee aschgrau wurde, zerfiel und verschwand.

Ich hörte eine Frau seufzen: „So ist manches im Leben. Erst hat man sich gefreut, und dann...” Ja dann? Sie schluckte die Worte weg.

Ich fragte mich: Hm, ja? Was hat denn in ihre Stimmung reingespielt?

Vielleicht war es: Kann ich mich noch auf was Schönes verlassen? Ich bin enttäuscht. Wurde ich um eine Hoffnung betrogen?

Sie redete nicht weiter. Die Augen verrieten, wie sie sich aufregte. Sie schaute nachdenklich weg.

Auf einmal erzählt sie in kurzen Sätzen, wie ihr Mann so plötzlich gestorben ist.
„Schnee -” sie stockt. Was ist da Schnee von gestern?

Ich frage mich: Was für ein Bild, was für eine Stimmung behalten wir - im Herzen?

Was für eine Stimmung da durch trägt, das hat, glaube ich, mit Gott zu tun.
Kommen Sie in eine Stimmung „man kann sich an nichts halten” oder „alles Schicksal” oder in die Stimmung „Gott wird durch tragen”?

„Gott bleibt, auch wenn manche Freude und manche Hoffnung dahin schmilzt wie Schnee” - Kennen Sie diese Stimmung?

Ich kenne auch die Stimme, die daran zweifelt, in mir. Es ist für mich gut gewesen, dann wieder die Stimme zu hören, die sagt: „Gott erreicht dich wieder”.
Nach einer großen Enttäuschung ist es nicht mehr so sicher, dass „es läuft“ im Leben. Dass es gut wird, kommt auch nicht von allein. Ich muss mich darauf einstellen, was da nicht wieder kommt. Ich muss mich daran gewöhnen, dass es anders gut wird. Das muss ich mir sagen, das muss ich ein-üben. Es ist, als übe ich auf einem Seil zu stehen.

Und zu all dem, was ich da tun muss, ist es gut zu hören:
Andere bitten und wünschen mit für mich.
Sie bitten Gott, dass er sich in seinem Geist öffne.
Sie bitten Gott, dass er uns erleuchtete Augen des Herzens gebe.
So sollen wir erkennen, zu welcher Hoffnung Gott uns beruft.

Die Botschaft von Ostern, die hören wir wohl. Doch, es ist ein Frage des dritten Auges, des Auges des Herzens, zu sehen, welch ganz andere Hoffnung Gott gibt für einen Menschen, der stirbt. Und welche Hoffnung Gott gibt für uns sterbliche Menschen, die nicht allein alles im Leben durchhalten.

Wie Gott mit dem Leben von Jesus Menschen ans Herz rührte, so gebe Gott uns allen das Augenlicht des Herzens.

Mit österlichen Grüßen
Ihr
Reinhard Kähler
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