logo Headline

Startbutton Kontaktbutton

Gemeindelebenbutton
Gottesdienstplanbutton
Aktuellesbutton
Veranstaltungsbutton
Kirchenmusikbutton
Christenlehre
Archivbutton
Linksbutton

Gedanken zum Monatsspruch

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
(Abhandlung „An die Hebräer“ 11, 1)

Was würden Sie sagen, wenn Sie in einer Umfrage gefragt werden, woran Sie glauben?

  • an Gott?
  • das ewige Leben?
  • an ein Wiedersehen im Himmel?
  • dass nicht alles umsonst ist?

Sie kennen sicher viele, die sagen: „Ich glaub an keinen Gott.“ Was ist anders bei denen, die sagen: „Ich glaube auch … an“ - ?

Kann man das merken, dass sie anders leben, wenn sie glauben? Oder dass sie eine andere Einstellung haben? …

Es kommt darauf an, was sie glauben.

Das ist aber so schwer zu sagen.

Oft ist es so eine Ahnung: Es muss doch noch etwas anderes geben – mehr als dies und das, was man vor Augen hat, mehr als das, was gerade hier und jetzt läuft; eine größere Macht, die auch über all dem steht, was uns sonst betrifft durch Wirtschaftsmächte, Finanzmärkte, politische Entscheidungen, Gesetzeswerke, familiäre Entwicklungen usw..

Es ist eine Ahnung, man kann es nicht sagen, denn es ist auch nicht zu fassen.
Andere – wenn sie sagen: „Ich glaube auch …“, meinen: „Ich glaube auch, wie Christen, na eben an Gott, den Schöpfer, glauben, an Jesus Christus, an Sünde und Vergebung, an Auferstehung“. „Ja, anders kann ich es auch nicht sagen. … eben an die Stärke Gottes, an den Fels, an den gütigen Vater …“

Es ist schwer zu sagen, woran wir glauben. Denn der Glaube bezieht sich gerade nicht auf etwas, worauf man hinweisen kann. Nicht dies und das. Aber es ist für unser Leben auch nicht egal, woran wir glauben, als könnte es dies oder das sein, eine blinde Schicksalsmacht.

Wir wachsen mit unseren Vorstellungen, woran wir glauben, in Bilder bestimmter Traditionen rein. So kommen wir dazu, dass wir bestimmte Erwartungen an Gott hegen.

Erwartungen an Gott leben vom Vertrauen: Glauben heißt nicht einfach, „es könnte mich noch mal kalt erwischen“, auch nicht einfach, „es gibt etwas, was ich nicht beeinflussen kann, was im Grunde meinem Willen entzogen ist“; Glauben ist vielmehr die Annahme eines verlässlichen Gegenübers; weil wir ihm zutrauen, dass dieses Gegenüber sich verlässlich verhält, setzen wir unsere Hoffnung darauf.  

Manche Menschen scheinen genug an dem zu haben, was sie zu tun und zu kaufen, zu gebrauchen und zu sehen (auch im Fernsehen zu sehen) haben. Aber gerade wer es kennt, wie verletzlich Menschen sind und dass ein Menschenleben vom Tod bedroht ist und wer es als ein Wunder erlebt zu atmen, findet im Glauben mehr als alles Vergängliche, woran er sich klammern könnte: … findet die Hoffnung auf ein treues Gegenüber; diesem treuen Gegenüber trauen die Glaubenden so viel zu, dass diese Beziehung über alle Beziehungen hier hinaus trägt.

Zutrauen, hoffen, das heißt: wir haben es nicht in der Hand. Keine noch so außergewöhnliche oder wunderschöne Erfahrung kann den Grund des Glaubens beweisen. Für Manche ist das schwer auszuhalten, dass Gott so unsichtbar ist. Sie möchten den sichtbaren Beweis bekommen. Andere geben etwas Sichtbares als Beweis Gottes aus. Aber Gott zu glauben, hat einen anderen Grund, der ist nicht beweisbar. Glauben ist zu wagen, wie ich der Liebe zu einem Menschen traue, dass wir damit einen Weg durchs Leben gehen können.

Dass wir es wagen, Gott zuzutrauen, dass er uns durch das Leben trägt – über den Tod hinaus -, dieses Wagnis haben wir nie ein für alle Mal hinter uns: Zwar lebt mein Glauben davon, dass ich einbezogen bin in eine Gemeinschaft der Glaubenden; aber die Quelle dieses Glaubensstroms ist Gott. Und von ihm her ist all unser Glauben nicht etwas, was wir einmal in unserem Leben hinter uns haben, als wäre Glauben eine abgeschlossene Versicherung – Glauben ist immer ein Hoffen und so immer noch im Werden.

Reinhard Kähler
Weitere Andachten