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Gedanken zum Monatsspruch

„Gott wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben,und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“

Jesaja 2, 4

Gott sei Dank fiel die Berliner Mauer vor 21 Jahren friedlich. Das hat für viele Menschen aus unserm Land neue Chancen eröffnet, manches verbessert. Für manche wurde es durch die Maueröffnung persönlich ungemütlicher, etliche verloren mit ihrem Arbeitsplatz ein Herzstück, mit dem sie bis dahin zufrieden waren.

Leider öffnete sich uns mit der deutschen Grenze auch eine nicht friedliche Welt. Leider wurde dieser Moment des Endes der zwei großen Lager nicht als Chance genommen abzurüsten.

Es müssen gar nicht Staaten sein, die Krieg führen. Wer will, kann es im Fernsehen sehen: Schwerter und Spieße führen organisierte kriminelle Organisationen, aber auch Firmen, die nicht öffentlich kontrolliert werden. Die Geschäfte mit modernen Schwertern und Spießen weiten sich aus.

Kriegsfürsten rekrutieren sogar Kinder und lehren sie Krieg zu führen, und sie binden ganze Völkerstämme in gewaltsame Handlungen ein. Außerdem sind die Gefahren durch Minen, durch chemische und biologische Waffen und durch atomare Waffen noch gewachsen. Und es hat sich gerade in den letzten 20 Jahren gezeigt: In manchen Völkern wird das, was irgendwann an Gewalt, Vertreibung und Zerstörung oder als Niederlage erlitten wurde, in den Erinnerungen besonders gespeichert, und das schürt zuweilen neue Ängste und entflammt in neuerlichen Schwertkämpfen.

Wie können diese Prozesse umgekehrt werden?

Diese Frage müssen wir doch stellen, wenn wir das prophetische Wort der Bibel für diesen Monat hören. Politik wird zwar nicht in Baumschulenweg und Johannisthal „gemacht“, aber ich frage uns, welche Politik wir unterstützen oder in Frage stellen. – Wie sollen Schwerter zu Pflugscharen werden? Wie können Vorbereitung, Anwendung und Androhung von Gewalt gemindert werden?  (Anmerkung)

1.    Wer ist bereit, auf Wohlstand durch Waffen zu verzichten? -

Dass unser Land dauerhaft in anderen Ländern an Öl, Gas, Kupfer usw. rankommt, sollte nicht dadurch gesichert werden, dass wir dort die militärische Hand drauf halten. Vielmehr sollte politisch an der Zusammenarbeit zwischen Förder-, Transit- und Verbraucherländern gearbeitet werden.

Unser Land sollte mehr Hilfe zur Entwicklung schicken, anstatt Hilfe zur Zerstörung. Hilfe zur Entwicklung heißt z.B.: Waren abnehmen aus Ländern, die schlechtere Entwicklungsbedingungen haben.

2. Kriege werden mit vorgetäuschten Begründungen begonnen, mit guten Argumenten weiter geführt und mit verlogenen Erklärungen beendet. – Wo können wir unsere Kritik an militärischen Konfliktlösungen einbringen?

Interessengruppen, Clans und Einzelstaaten müssen auf den Anspruch verzichten, dass sie ihre Interessen selbst durchsetzen und dazu mit militärischer Macht (und Drohkulisse) in der Lage sind. Dazu müssen sie alle in vertragliche Bündnisse einbezogen sein, die sich nicht gegen Außenfeinde richten, sondern gegen einen potenziellen Angreifer aus den eigenen Reihen der Bündnispartner. Alle Beteiligten müssen davon überzeugt sein, dass sie in dieser gerechten Einbindung auf Dauer besser fahren, als wenn sie aufrüsten, um sich auf eigene Faust zu holen, was sie wollen.

3.    … und wenn wir dafür sind, dass an gerechtem Ausgleich zwischen armen und reichen Ländern gearbeitet wird: wo spielt das eine Rolle?

Um Schwerter zu Pflugscharen umzuschmieden, dürfen die Güter nicht weiter so ungerecht verteilt werden: Das ist eine Frage an eine gute Politik der einzelnen Länder, damit nicht Ressourcen in Korruption und Vetternwirtschaft verschwinden. Das ist aber auch eine Frage, inwieweit die reichen Länder bereit sind, nicht nur zum eigenen Vorteil zu handeln, sondern um der Würde der Menschen willen gerecht umzuverteilen. Dazu muss die Bevölkerung der Industriestaaten mit natürlichen Ressourcen sehr viel achtsamer umgehen und auch bereit sein, sich einzuschränken.


Tatsächlich, der biblische Glauben an Gott legt uns nahe, uns solche politischen Gedanken zu machen. Das gehört dazu, wenn wir in einem Jahreskreislauf zum Frieden kommen wollen. Und das gehört dazu, wenn wir den Weg dem bereiten, der, wenn er kommt, ausruft „Frieden auf Erden!“

Reinhard Kähler

Anmerkung:  Ausführlich können Sie sich zur Friedensethik, die in der Ev. Kirche in Deutschland vertreten wird, in der Denkschrift der EKD „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“ (2007) informieren.

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