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Gedanken zum Monatsspruch

Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr;
ein andrer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer.

Buch der Sprichworte 11, 24

Vielleicht gehören Sie zu den glücklichen Menschen, die diesen Satz sofort unterschreiben. Auf der anderen Seite würden Sie, vermute ich, auch unterstützen, dass man gut haushalten solle. Diese Sprichworte halten eine Erfahrung fest. Das muss aber nicht immer wieder gesagt werden. Das wäre ja langweilig, weil es nix Falsches sagt. Ich ertappe mich aber doch dabei, dass ich mich daran reibe.

Der Spruch dieses Monats lockt mich, wenn ich es mit dem Haushalten übertreibe.

Ich weiß natürlich, dass der Spruch „Geiz ist geil“ Blödsinn ist. Aber darauf zu achten, dass ich nicht zu kurz komme und dass ich nicht Anderen einfach etwas schenke, das habe ich gelernt. Sonst wäre ich ja auch dumm. Wer von uns hätte schon so viel, dass er bedenkenlos weggeben könnte?

Aber wer übers Maß kargt, wird noch ärmer.

Manche sind freigiebig und werden sogar reicher.

Da denkt man heute wohl an Investitionen, die sich rentieren, an profitable Kapitalanlagen.

Unser Sprichwort aber denkt an alle Verhältnisse zwischen Menschen, in denen wir geben und nehmen. Wenn ich einen Besuch mache, dann gebe ich die Aktivität den Weg zu gehen, nehme mir Zeit dafür, und bekomme, dass ich an einer Situation Anteil bekomme usw. Das Geben und Nehmen ist wechselseitig. So kennen Sie das sicher auch, zwischen Freunden, zwischen Nachbarn, im Verein.

Manchmal ist das nicht ausgeglichen.

Eine Großmutter wird regelmäßig angefordert, für die beiden Enkel dazusein. Sie spürt, wie sie das in Gang hält und wie sie sich mitfreut. Aber es kostet sie auch Kraft, und sie zieht ihre Grenze.

Insofern passen wir auf, dass wir nicht ausgenommen werden.

Gewarnt wird vor einer übergroßen Angst, dass ich mich zu sehr verausgaben könnte.

Sie kennen sicher auch beide:

  • Die Einen, die bis zur Erschöpfung geben, und nicht darauf achten, was sie für sich brauchen und wie sie das bekommen.
  • Die anderen, die sich zurückhalten, andere machen lassen, sich nur bequem hinsetzen und bedienen lassen; oder die gar nicht wagen sich zu engagieren, weil sie nicht glauben, dass sie etwas davon hätten.

Letzteren gilt die Weisheit: Wer ängstlich zurück hält, dessen Leben wird karg.

Wer ohne Hochmut, aber fröhlich sich einbringt, mit seinen Fähigkeiten, mit seiner Zeit, mit seinem Geld, der kann selbst davon auch etwas haben. Wir müssen dabei nur darauf achten, dass wir nicht nur auf der Tour sind, etwas rauszugeben, sondern dass wir auch etwas bekommen. Ohne dass uns das ausdrücklich vergolten wird. Oft ohne dass wir dafür einen verbrieften Dank bekommen. Eher deshalb, weil wir schon so ins Leben geschickt wurden, dass uns mehr gegeben wurde

Wir werden reich, wenn wir geben und nicht sparen. Das ist nicht aufzurechnen.
Wie meint der Weisheitsspruch das?

Gilt das auch, wenn wir für ein fernes Projekt spenden, ohne eine Rückantwort zu bekommen?

Wie viel ich für mich suche, und wie viel ich anderen von mir gebe, das schreibt der Spruch nicht fest.

Er fragt mich: Wo solltest du sparen und kargen? Und wo solltest du etwas bei anderen von Dir einbringen?

Reinhard Kähler