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Gedanken zum Monatsspruch

Jesus Christus sagt:

„Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen,
da bin ich mitten unter ihnen.“ (Fußnote 1)

Na und?

Dass diese Zusage was bedeutet, setzt voraus:  … da wird Jesus Christus in Gottes Kraft wirksam.

Christen meinen: Gott hat für sie das Gesicht von Jesus Christus bekommen; Gott wird wirksam, wie sie es in der Geschichte von Jesus Christus erkannt haben.

Von Gott kannten sie das: Der hat Einzelnen zugesagt „fürchte dich nicht, ich bin mit dir.“ Und er hat seinem Volk zugesagt: „Ich werde mit euch sein.“

So ist das auch mit Jesus Christus (Fußnote 2): Ich spüre seine Nähe vielleicht mal persönlich, wenn ich auf mich allein gestellt bin, und vielleicht mal, wenn ich mit anderen zusammen bin.

Vielleicht fühlen Sie sich sogar sicherer im Glauben, wenn Sie ganz persönlich zu Gott beten. Manche sagen: „Wenn da noch andere dabei sind, stört mich das eher zu glauben, dass Gott dabei ist.“

Dann mag es fremd wirken zu hören: Gott kommt auch im Gottesdienst besonders nahe.

So haben es aber Menschen der Bibel erfahren: Gott kommt in Gottesdiensten nahe, und Gott kommt im Tempel nahe. Sie sagten sogar: „Das hat uns Gott zur Verfügung gestellt, dass er auf diese Weisen nahe kommt.“

Juden hatten seit alters geglaubt: Gott geht auf unseren Wegen mit, wie er sich uns zugesagt hat. Zur Zeit von Jesus glaubten viele aber auch: Gott bezieht in den Gottesdiensten und im Tempel Wohnung. Sie sprachen davon: Gott wohnt da ein. Er gibt zwar seine Wohnung im Himmel nicht auf, bezieht aber hier einen Nebenwohnsitz. In ihrer Sprache nannten sie das Gottes Schechina.

Als der Tempel (im Jahr 70) zerstört wurde, sagten sie: „Aber wenn zwei zusammensitzen und sich mit Toraworten (Fußnote 3) beschäftigen, so ist die Schechina unter ihnen“ (Fußnote 4).

Als das Christen hörten, fiel ihnen etwas von Jesus ein: Wenn zwei Menschen – bei all ihren unterschiedlichen Anliegen, Auffassungen und Befindlichkeiten – einig werden, was sie Gott bitten wollen, so werden sie Gott erreichen.

Und: „wenn sie sich in meinem Namen versammeln, dann bin ich mitten unter ihnen.“

Das sollten sie sich merken.

Ich finde darin bemerkenswert:

Sie versammeln sich „in seinem Namen“: Sie übergeben es Jesus Christus, die Autorität dieser Zusammenkunft zu sein. Sie sind nicht nur im Namen ihrer eigenen Interessen da, nicht nur im Namen ihrer Gewohnheiten. Sie geben bewusst Jesus Christus Raum und lassen ihn wirken. Ob sie dann auf Bibelworte hören oder anderes, ergibt sich daraus. Entscheidend ist aber die Eröffnung, in der sie sich darauf einstellen, in wessen Namen sie das tun – wem sie sich hiermit verpflichtet fühlen und für wen sie sich öffnen, wenn sie sich jetzt versammeln.

Wenn ihm so Raum gegeben wird, kann Jesus Christus wirksam werden. Dann ist er da mitten drin. 

Das ist so, wenn sich Betende in seinem Namen versammeln. Dazu braucht es nicht zehn Männer. Es können auch zwei bis drei sein. Entscheidend ist: sie versammeln sich in seinem Namen und besinnen sich von daher.

Reinhard Kähler

1 Aufgeschrieben im Evangelium von Matthäus: Kapitel 18, Vers 20.

2 Deswegen wird er auch „Immanuel“ genannt, das heißt „Gott mit uns“, vgl. Matthäus 1, 23.

3 Wir würden sagen: Bibelworten

4 Abot 3, 2