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Gedanken zum Monatsspruch

Weihnachten selbst für Gottverlassene

Gott sagt:
„Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen,
aber mit dem Erbarmen eines Mutterleibes will ich sammeln.“  (Jesaja 54,7)

Henriette ist ein halbes Jahr alt. Sie schläft tags zwei Stunden. Wacht sie auf, schreit sie. Ihre Mutter oder ihr Vater sind in der Küche, da hören sie ihre Tochter, wenn sie schreit. Dann gehen sie hin. Sie rennen nicht hin, sie kommen ruhig, selbstverständlich, verlässlich.

Henriette ist eineinhalb: Sie wird in die Kita gebracht, mittags immer abgeholt. Alles ist gut, solange mittags jemand kommt. Wenn aber mal an einem Wochenende die Mutter fehlt, braucht sie eine neue Erfahrung: meine Mutter ist dennoch verlässlich.

So ist es auch mit Gott für uns.

Manche haben das Gefühl: Ich bin immer von Gott umgeben und geborgen. Andere erfahren es anders: Herr Ancik ruft zu Gott, und doch stirbt ein Kind zu früh; Frau Gerlach ruft zu Gott, und doch erlöst sie Gott nicht aus dem Leben, das sie nicht mehr leben will. Viele Gemeinden rufen zu Gott, und doch ist nicht zu erkennen, wie Gott einschreitet, damit die Zeitgenossen nicht die Güter seiner Schöpfung verschwenden.

Vielleicht sind alle guten Mühen umsonst und bleiben unfruchtbar?

Vielleicht ist es nur ein Wunsch, dass Gott immer hilft?

Was können wir Ihm zu-trauen?

Geht ein Mensch an Gewalt kaputt, dann – Gnade uns Gott!

Aber dann hören wir, Gott raunt uns aus dem alten Buch der Bibel zu: „Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen …

Ich unterbreche: Was heißt „kleinen Augenblick“? Für einen Menschen kann das eine Ewigkeit sein! Also, nicht mal auf Gott ist Verlass. Kein Verlass darauf, dass Gott zuhört, kein Verlass darauf, dass Gott hinsieht. Vergiss seine Treueschwüre.
Ja? Aber dann: Gnade uns Gott!

Hören Sie noch, was weiter tönt: „… aber mit dem Erbarmen eines Mutterleibes will ich sammeln.

Nicht immer ist schon eine schöne Bescherung dran. Weihnachten ist später.

Davor liegen die Zeiten, in denen wir rufen: „Komm, o mein Heiland …“

… und die Zeiten, in denen wir uns danach sehnen, „O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf …“!

In den Wochen des Ad-vent (Zu-kommen) warten wir noch.

Wir brauchen Zeit und besinnen uns: „Wie soll ich dich, Gott, empfangen“?

Voreilig wären Weihnachtsfeiern, die das überspringen.

Bei allem, was wir noch abschließen, besorgen, einrichten, zurichten, veranstalten, besuchen wollen, brauchen wir dieses Quäntchen Zeit im Advent: „Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast“. Der komme und sammle uns in seiner Barmherzigkeit.

Eine gesegnete Adventszeit wünsche ich Ihnen

Ihr Reinhard Kähler