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Gedanken zum Monatsspruch

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.
1. Timotheusbrief 4, 4

„Wie lieblich ist der Maien, … weil alles grünt und blüht.“ Stimmen Sie mit ein in dieses Lied?

Vielleicht haben Sie sich schon im März über die Märzenbecher gefreut und die leuchtende Forsythie, und wie die Knospen an den Bäumen hervor kamen, und manche Bäume auf einmal ein weißes oder violettes Kleid trugen.

Alles, was aus Gottes Schöpfung kommt, ist wunderbar und gut.

Wer könnte das anders meinen?

Doch, es gibt auch unter Christen manchmal die Meinung: Nicht alles, was von Natur aus möglich ist, ist gut – darum „esst kein Fleisch“ oder „enthaltet euch der Sexualität“.

Dagegen schreibt der Timotheusbrief: Nein, nein, alles, was von Gott geschaffen ist, ist gut.

Das heißt doch: Nehmt es bewusst wahr, es ist für euch gut.

Nehmt das auch in unserer Zeit bewusst auf, auch wenn ihr nicht mehr so unmittelbar mit der Natur lebt wie früher – nicht mehr wie in der Welt unserer Urgroßeltern, die Äpfel gepflückt, Kühe gemolken und Glocken geläutet haben, nicht mehr ackernd und abhängig von Tag und Nacht … Und doch können wir bewusst sehen, wie viel schöner es ist: wenn es Bäume und Sträucher auf der Straße gibt und wir Vögel singen hören und wenn wir die Luft, die über das Wasser der Spree streicht, riechen und wenn wir sehen, wie schön Menschen sind, und wenn wir Wolken ziehen sehen …

Nehmt das bewusst auf und genießt das.

Genießt den Saft und die Kartoffeln, genießt, was ihr in die Hand nehmt, und freut euch mit all euren Sinnen an einem Menschen …

In einer jüdischen Schrift heißt es: „Wenn die Menschen sich am Ende vor Gott verantworten müssen, dann müssen sie über alle guten Dinge Rechenschaft ablegen, die sie hätten genießen können und nicht genossen haben.“

Bewusst aufnehmen, genießen und Gott danken.

Bestimmte asketische Forderungen sind nicht besonders fromm. Sie missachten eher, was Gott alles gibt.

Wenn wir aber Gott danken, dann kommen allerdings auch diese Gedanken: Was Gott uns schenkt, wird uns ja zumeist nur vermittelt über menschliche Handlungen und Behandlungen zum LebensMittel. Und da müssen wir tatsächlich noch einmal sortieren: was ist gut und nützlich, und was ist schädlich. Da ist ein Verzicht auf manchen Genuss nicht Ausdruck einer Missachtung der guten Gaben Gottes, sondern Ausdruck dessen, dass wir sie achten; z.B. wenn viel Fleisch essen zuviel von der Schöpfung verbraucht. Es passt nicht zusammen: Lebensmittel dankbar zu genießen, aber so schlecht zu haushalten, dass ein Teil der Lebensmittel weggewor-fen wird. Wer Gott dankt, macht sich Gedanken vor Gott, wie wir verantwortlich mit Gottes Gaben umgehen. Das gilt ebenso für „natürliche Ressourcen“ wie Wasser, Öl oder „seltene Erden“.

Wenn wir da gut haushalten, dann aber sollen wir nicht mit schlechtem Gewissen rumlaufen: dann sollen wir uns freuen, was wir alles genießen können!

Ich wünsche Ihnen viele Maien-Genüsse
Ihr
Reinhard Kähler