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Gedanken zum Monatsspruch

Gott wird freundlich sein dem, der auf ihn harrt,
und dem Menschen, der nach ihm fragt.

(Klagelieder 3, 25)

„Wie geht’s?“ -
„Och, ich kann nicht klagen.“
„Das muss aber wehtun, wenn du nicht klagen kannst!“
Klagen tut gut. Klagen öffnet eine Staumauer für die Seele.
Wohl dem, der ein Ohr findet, in das er klagen kann!
Ach, wovon man alles ein Klagelied singen kann!

Meine Nerven werden dünn, meine Muskeln schlaff, das Knie hält meinen Stand nicht mehr, die Hüfte muss gewechselt werden, ich stoße auf Quader auf dem Weg, Gott stopft sich die Ohren zu vor meinem Gebet, ich vergesse das Gute und verliere die Hoffnung auf Gott.
Denk doch an mich, Gott!

Dieser Ruf an Gott – das ist der Schritt heraus. Dass die Klage nicht in einer Rille stecken bleibt und nicht zu einem ewigen Jammern wird.

Denk doch an mich, Gott!
Ich rufe dich – allem zum Trotz.
Ehrlich mal.
Ich versuche, Gott, dir zuzutrauen:
Du wirst freundlich sein dem, der auf dich harrt,
und dem Menschen, der nach dir sucht.

Sie hat viele Tränen geweint, weil sich auf einmal das Augenlicht rasant verschlechterte – voriges Jahr noch jeden Faden ins Nadelöhr gefädelt, jetzt hilft die Brille kaum noch zum Lesen.
Sie hat schwer geschluckt und gerungen. Bis sie überhaupt wieder auf Gott hoffen konnte.
Und wenn wieder ein Rückschlag kommt? –

Wenn Gott wieder einen Morgen neu werden lassen sollte, dann bin ich noch nicht gar aus.
Dann will ich wieder auf Gott hoffen – so, wie es mir meine Seele sagt (die immer noch nicht von Gott lassen kann):
Du wirst freundlich sein dem, der auf dich harrt,
und dem Menschen, der nach dir fragt.

Reinhard Kähler