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Gedanken zum Monatsspruch

"Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes."
2. Korinther 6, 16

Ist doch gut, wenn wir gut zu tun haben - ja, und dann gehe ich in den Gottesdienst.

Arbeitet es da in mir weiter: was noch zu tun ist? Bin ich in Gedanken dabei, was hier alles gemacht wurde oder noch nicht gemacht wurde? -

Dann mach mal einen Schnitt und „schalte ab“. Damit du einen Platz findest, dich auf Gott zu besinnen.

Früher halfen sich Menschen damit, dass sie einen Bezirk für Gott ausschnitten, das nannten sie „Tempel“. Das kam so:

Selbst im Gottesdienst waren viele voll damit beschäftigt, Tiere und Feldfrüchte als Opfergaben zu bringen und herzurichten und was sonst zu tun war; da rutschte der Sinn etwas hinten runter, dass das eigentlich alles Gott dienen sollte! Manche aus der Gemeinde brachten die Opfergaben mit; andere dankten denen, die die Opfergaben mitgebracht hatten, und überspielten dabei: das galt doch eigentlich Gott!

Da sagten sie: Lasst uns den Bereich abgrenzen, in dem wir Gottes-dienst feiern. So sollen alle merken: hier feiern wir nicht nur unsere Gemeinschaft - wir wenden uns an Gott.

So bauten sie einen Tempel. Und dann standen die Chorsänger und Chorsängerinnen im Tempel und sangen „Gott erbarme dich“. Wer ihnen zusah, wusste nicht, an wen sie gerade dachten: Dachten sie noch an den Bettler vor der Tür oder schon an die Einladung am Nachmittag? Dachten sie nur daran schön zu singen oder waren sie in Gedanken woanders? Merkten sie noch, was sie zu wem sangen? - Wo öffneten sie den Raum, den sie ausfüllten, für Gott? –

Da besannen sie sich und bauten in den Tempel einen Chorraum: Passt doch endlich auf, dass ihr hier Gott besingt! Richtet eure Sinne und Gedanken auf Gott! Damit ihr wisst, in welche Richtung ihr aufmerksam sein solltet, bekommt der Tempel - euch zur Hilfe - in einer Richtung den allerheiligsten Schrein.

Damit ihr euch auf Gott konzentriert. Und euch nicht ablenken lasst, wenn welche sich unterhalten, weil sie sich gerade so viel zu sagen haben, oder wenn welche respektvoll klatschen, als hättet ihr für sie gesungen - und nicht für Gott.

Etliche von den ersten Christen gingen auch zum Tempel, um zu Gott zu beten, andere nicht. Egal, sagt Paulus, – kann doch jeder Mensch ein Tempel Gottes werden.

Was soll das heißen? -

Gehe nicht mit Leib und Seele in deinem Beruf auf oder in deinem Hobby oder in deiner Leidenschaft: Unterbrich das noch einmal und wende dich an Gott. Mit allem, was du hast und bist.

Vielleicht kommst du damit auch etwas in Distanz zu Menschen, die nicht so Gott einbeziehen. Mag sein: Du gehst in eine besondere Konzentration und achtest drauf, wofür du deine Kräfte gebrauchst.

Aber du verschließt dich nicht gegenüber deinen Mitmenschen, im Gegenteil… Nur – und das ist das Besondere – zwischendurch wendest du dich eben ganz bewusst – und wie Paulus sagt: entschieden – zu Gott hin: mit allem, was zu dir gehört – mit der Kraft deines Körpers und dem Leiden an deinem Körper, mit deinen Gesprächen und deinen Gedanken …, alles wendest du zu Gott, und öffnest dich für ihn. Und findest das Fenster im Chorraum des Tempels in deiner Seele. Für Gottes Licht.

„Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes.“

Reinhard Kähler