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Gedanken zum Monatsspruch

Mache dich auf und werde licht, denn dein Licht kommt.
Jesaja 60, 1

Novembermorgen. Ich wecke meine Tochter und ziehe die Vorhänge auf. „Na toll, Papa,“ sagt sie in ihrem Bett, „das hat ja jetzt was gebracht.“ Wir lachen: Von draußen kommt auch nicht mehr Licht. Dass es so lange dunkel ist – wer findet das schon toll?
Steh auf, werde licht!
Warum sollte ich?
Auf, zum Frühstücken – Schule – Arbeit los!

Der Prophet sagt, es kommt noch mehr: … denn dein Licht kommt.
Richte dich auf, dass du das Licht bemerkst, das für dich wie die Sonne hinterm Horizont hochkommt! Geh los, dass du das Licht richtig wahrnimmst, für dich und für die Gesellschaft, für die es sonst finster aussieht, nach manchen Enttäuschungen! Geh dem Licht entgegen!
Darum: Richte dich auf, steh auf! Bleib nicht liegen in deine Schlafenshöhle gekrümmt. Bleib nicht in dich gekehrt – verträumt, weil du mit dir genug hast, oder verschlossen, weil du nichts Gutes (mehr) erwartest. Nein, mache dich auf! Zieh die Gardinen vor deiner Seele auf. Es soll Licht und nicht Finsternis kommen. Macht hoch die Tür dafür, die Tore weit. Mach dich innerlich auf, weil du erwartest: es kommt wieder Licht in unser Leben.
Nun höre ich, die Aufforderung geht noch weiter:
Werde licht!

Im Urlaut ist das ein schöner Singsang:

Kumi ori!

 ק֥וּמִי אֹ֖ורִי
Richte dich auf, werde licht!

Nimm das mit in den Tag: Kumi ori! 
Am Abend halte inne: Wo warst du licht? Wo schien dir etwas von „deinem Licht“ auf? Kam es dir entgegen?
In die dunkle Zeit hinein soll mehr und mehr an Lichtern aufgehen, von Gottes Lebenslicht. Adventszeit.

Selbst, wenn dein Leben gerade von Trauer überschattet wird; und auch, wenn du finstere Machenschaften verbreitet sehen solltest und dich am liebsten zurückziehen und verkriechen willst: dein Licht wird kommen, Gottes
Herrlichkeit. Wie in dem winzigen Neugeborenen, im Nachbarraum der Herberge.

Ich höre hier Aufforderung und Zusage:

Denen, die in der Höhle kauern, sei gesagt: Richte dich auf, steh auf, mach dich auf, und warte nicht, dass dich einer bedient und es dir alles recht macht! Kumi ori! Lass dein inneres Licht leuchten. Vielleicht wirst du in einem Moment für jemanden ein warmes Licht.

Und den immer Aktiven sei gesagt: Dein Licht kommt. Sieh, was dir mit den Strahlen der Weihnacht entgegenkommt. Gottes Licht scheint bis an die Ränder der Völker. Du musst Weihnachten nicht selbst anstellen, du kannst Weihnachten nicht kaufen. Gott kommt selbst dahin, wo du im Dunkel wohnst, und will es erhellen. Kumi ori!

Ich wünsche Ihnen eine erhellende Adventszeit

Ihr Pfarrer Reinhard Kähler