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Archiv / Juli 2007
 
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
sei gelobet der Name des Herrn

Psalm 113,3

Was muss alles passieren, bis ich Gott lobe?
Ein Wunder?
Vielleicht.

Wenn „loben“ ein Ausdruck meiner Freude ist (und nicht nur die Anerkennung einer Leistung meint), dann muss ich ja überhaupt erst mal in diese Stimmung kommen.
Ich spüre gutes Leben, und freue mich daran. Ich genieße und atme tief oder seufze tief dabei. Ich weiß, es kommen auch wieder andere Tageszeiten und andere Tage. Und doch kann die Freude nachhallen in der Seele; so kann sie nachhaltig werden. – Wenn ich die Freude in mir spüre, ihr bewusst Raum gebe und sie vor Gott bringe, bekommt sie mehr Nachhall. Und wenn ich Gott lobe, wird, was ich erlebe, heller gestimmt.
So kommt es, dass es sich wechselseitig aufschaukelt: Freude zu finden und Gott zu loben.

Dazu nehme ich vertrauend an: Dass ich mich freuen kann, das hat nicht erst bei mir angefangen, das kommt schon von Gott, vom großen Gott Himmels und der Erde her. Dann bilde ich mir ein: In dieser Freude steckt so unheimlich viel drin, dass ich diese Stimmung auch ganz weit raus lasse – dass ich sie in den weiten Himmel Gottes singe.
Ganz weit – nicht unbedingt ganz laut. Vielleicht singe ich still. Ob in Stille oder mit Lauten, egal, Hauptsache ich lasse diese Stimmung nicht nur an der Oberfläche dahin gehen: Ich verbinde sie mit dem Grund, mich im Leben zu Hause zu fühlen. „Oh, wie gut!“
Vielleicht muss sich dazu gar nichts Besonderes ereignen. Vielleicht muss nur ab und zu erklingen: „Du, meine Seele, ermuntre dich! Lobe, meine Seele, Gott!“

… am besten, dieses innere Loblied auf Gott tönt in der Seele mit! Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Abgang.

Eine junge Mutter, Christine, erzählt:
Wenn ich aufstehe und den neuen Tag begrüße – bis ich mich lege und den Tag beschließe. Wenn ich in meinem Auf und Ab vor mir, über mir und hinter mir die Sonne mitlaufen lasse.
… und mit der Sonne Gott mitlaufen lasse, der die Sonne uns zum Leben sendet.

Darauf trauend, merke ich, wie meine Seele sich wieder weitet.
- Ich fange den Tag nicht in meinem Namen an: Ich fange damit an, dass ich versuche aufzufangen, was mir Gott schon in den Tag vorschickt. Was es da zu loben gibt? - Irgendein Gewächs, aus dem mir Gott zuzwinkert.
- Ich lege den Tag nicht ab, ohne dass ich frage: War da nicht auch etwas, wofür ich Gott loben kann? - Dann muss ich nicht nur mit mir zufrieden sein. Am Ende des Tages steht Gottes Name; darum bitte und hoffe ich, dass er es gut werden lasse.
Gottes Namen zu loben (im Hebräischen: hallal!), da werde ich auf mich aufmerksam und da werde ich auf Gott aufmerksam (Hallo!). Ich rufe in die große Halle Gottes hinein. In Gottes Namen ist der Himmel voll seiner Güte. Vielleicht kann ich es nicht genau sagen, wofür ich ihn lobe, vielleicht lall ich nur vor mich hin. Aber bei Gott kommt es an, und ich gewinne innerlich Raum.

Es soll Berliner geben, die sagen so:
„In Bezuch uff den Namen Jottes kannste von morjens bis abends nich meckern. … Jottes Herz is jut, glob ick.“

Ihr Reinhard Kähler