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Archiv / Benennung der Strassen 194 - 197 am 2. Mai 2007 zu Johannes-Sasse-Ring
 


Es ist doch schön, wenn die Straße, in der Sie wohnen, nicht nur mit einer Nummer verwaltet wird. Mit Namen für Straßen setzt der Stadtbezirk kulturelle Akzente.

Johannes Sasse sah den Krieg der Deutschen kritisch. Wie hätte jemand ihn nicht kritisch sehen sollen? So mögen wir heute fragen. Aber ich weiß nicht, ob ich oder wer von uns in der damaligen Situation das zu äußern gewagt hätte. Ich weiß nicht, was für ein Mut es war, der ihn trieb. Aber er war mutig. Dennoch geht es hier nicht um Heldengedenken.

Sein Mut erinnert mich an alte Tugenden:
Gerechtigkeit, Weisheit, Besonnenheit, Tapferkeit.
Der Krieg war ein Fiasko für den Anspruch, respektvoll als Menschen miteinander umzugehen. Dieser Krieg zeigt uns überdeutlich, wie lebenszerstörerisch es ist, wenn man einem Selbstbewusstsein von eigener Überlegenheit glaubt:

- Man wird Anderen nicht gerecht, schon gar nicht Schwächeren.
- Man handelt borniert anstatt weise, denn man nimmt nicht die eigenen Grenzen ernst.
- Man braucht eine verblendende Ideologie, die eine tolle Zukunft verspricht, total – auf wessen Kosten auch immer.
- Als „tapfer“ gelten nur die, die ihr Leben im Kampf gegen Feinde riskieren.

Johannes Sasses Widerspruch mahnt uns hier in Johannisthal:

- auf Andere und besonders auf Schwächere Rücksicht zu nehmen
- friedensfähig zu werden, indem geübt wird, Konflikte mit gewaltfreien Formen zu lösen
- sich auf Lebensrechte auch künftiger Generationen zu besinnen
- da mehr einzusetzen, als sich nur für den eigenen Nutzen stark zu machen.

Nach eigenem Bezeugen haben Johannes Sasse dazu die Erfahrungen von christlichem Glauben, Hoffen und Lieben gebracht, wie er sie bei seiner Mutter und seinem Vater, dem Pfarrer in Johannisthal, kennen gelernt hat.

Statt an die Überlegenheit der eigenen Rasse oder des eigenen Volkes zu glauben, hat er viel mehr Gott vertraut. Der werde das Beste aus seinem Leben machen. Er schätzte die Liebe, die er bei seinen Eltern – und auch mit seiner Schwester, die heute hier dabei ist – „getankt“ hat. Und schließlich musste er darum nicht hoffen, mit den Seinen zu siegen; er hoffte, nach seinem Tod bei Gott aufgenommen zu werden.

So liegt in der Geschichte von Johannes Sasse ein Vermächtnis, das mit dem Straßennamen sehr sehr gut in Johannisthal aufgehoben ist.
Ich wünsche uns allen in Johannisthal, dass diese Erinnerung gute Früchte trage.
In diesem Sinne segne Gott den Verkehr von
Mensch zu Mensch am Johannes-Sasse-Ring.
Gott segne Sie, die Sie hier wohnen, und Ihr Zusammenleben.

Reinhard Kähler